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FAQ
Antworten auf häufig gestellte Fragen
Warum lassen wir den Kindern „soviel“ Freiheit ?
Wenn Kinder machen was sie wollen, lernen sie dann
überhaupt etwas ?
Ist das nicht zu einseitig, wenn Kinder nur nach ihrer
Neigung lernen ?
Warum `Altersmischung` statt Schulklassen ?
Welche Funktion haben die Lehrer?
Gibt es Noten ?
Gibt es Erfahrungen von anderen Schulen mit so einem
Konzept ?
Was geschieht bei einem Wechsel auf eine
Regelschule/weiterführende Schule ?
Warum lassen wir den Kindern „soviel“ Freiheit?
Die gegebene Freiheit verbessert den Lernerfolg, da eigenes Interesse
nachweislich zu leichterem und qualitativ hochwertigerem, in die Tiefe gehenden
Lernen führt.
Darüber hinaus trägt die Freiheit entscheidend dazu bei, die kindliche
Entwicklung zur Autonomie zu ermöglichen. Nicht der von außen gesteuerte Mensch,
der von den vermeintlichen Ansprüchen seiner Mitmenschen geleitet, und von
allgegenwärtigen Belohnungssystemen „motiviert“ (Gehalt, Statussymbole, Titel,
Noten aber auch das Klebebildchen für die Kleinsten als Belohnung) agiert, ist
unser Ziel. Die Erfahrungen mit dem alternativen Schulprojekt "Pesta" der Wild`s
zeigen beispielsweise, wie selbstbewusst und vom inneren Antrieb geleitet, sich
Kinder in einer geeigneten Umgebung entwickeln können. Diese Form der Motivation
ist wichtig für das lebenslange Lernen und unerlässlich für die
Selbstverwirklichung als Mensch.
Wenn Kinder machen was sie wollen, lernen sie
dann überhaupt etwas?
Lernen zählt zum Grundbedürfnis eines Kindes. Das Kind ist von Natur aus
neugierig und möchte die Welt entdecken.
Indem wir die Freude am Lernen erhalten und fördern, helfen wir den Kindern am
Besten, ihre persönlichen Lernziele zu erreichen.
In der Freien Schule Wetterau lernen die Kinder das Lernen, sie lernen ihr
individuelles Lernmuster kennen und kommen auf diesem Weg zu ihrem Ziel.
Für uns gelten die verbindlichen Ziele des Rahmenlehrplanes des Landes Hessen.
Die Kinder lernen auf unterschiedlichen Wegen, diese Ziele zu erfüllen.
Darüber hinaus gibt es in der Freien Schule Grenzen und Regeln, die für das
Lernen eine anregende und entspannte Umgebung aufrecht erhalten
Ist das nicht zu einseitig,
wenn Kinder nur nach ihren Neigungen lernen?
Hierbei handelt
es sich nur ‚scheinbar’ um einseitige Neigungen. Erfahrungen haben
gezeigt, dass es nie bei der Einseitigkeit bleibt, sondern auch an Hand eines
einseitigen Interesses weitere Kenntnisfelder erworben werden.. So interessiert
sich z. B. ein kleiner Fußballenthusiast auch fürs Rechnen, und Lesen, um die
Ligatabellen verstehen zu können, eine kleine Tanzmaus auch für den Aufbau des
menschlichen Körpers und dem Gestalten von Tanzkleidung, ein
Computerbegeisterter unweigerlich für’s Lesen, Schreiben und Englisch, um sich
mit allen technischen Details auseinandersetzen zu können und ein Kind mit der
Freude an Rollenspielen oder anderen Gesellschaftsspielen mit dem Drang nach
Lesen, Rechnen und dann auch Schreiben zu lernen.
Warum "Altermischung" statt Schulklassen?
Kinder gleichen Alters sind selten auf gleichem Lernniveau.
Durch die Altersmischung haben die Kinder die Möglichkeit, sich ihrer
Entwicklungsstufe entsprechend zu entwickeln.
Es wird miteinander und voneinander gelernt.
Positiv wirkt sich die Möglichkeit aus, von anderen Kindern zu lernen, die nur
einen kleinen Schritt weiter sind , als man selbst.
Ältere Kinder geben feste Strukturen selbstverständlich weiter, lernen gelerntes
weiterzuvermitteln und darüber hinaus gründlich zu verstehen.
Jedes Kind ist einmal in der Rolle des Lehrlings, des Gesellen und des Meisters.
Das Verständnis untereinander wird gefördert, weil jede Rolle erfahren wird.
Welche Funktion haben die Lehrer?
Die Lehrer sind Begleiter und Unterstützer der Kinder. Sie geben den Kindern
die nötige Sicherheit und Geborgenheit und helfen da, wo sie gebraucht werden.
Sie beobachten die Kinder und sorgen dafür, das passendes Material für die
gegenwärtige Interessenslage eines Kindes zur Verfügung steht.
Die Aufgabe der Lehrer ist es, Bedürfnisse der Kinder, ihre sensiblen Phasen und
Entwicklungsprozesse wahrzunehmen und durch differenziertes Eingehen in jeder
Situation neu darauf zu reagieren.
Gibt es Noten ?
Unsere Schule arbeitet nicht mit Noten. Kinder bringen von sich aus den
Willen zur Leistung mit und wollen lernen. Wir sehen, dass vergleichende
Bewertung Kinder schwächt statt sie zu stärken. Das entspricht nicht unserer
Sicht von Förderung und Stärkung der Persönlichkeit. Katastrophal sind die
Auswirkungen der abwertenden Bewertungen, die Kinder bereits früh zu Versagern
abstempeln, was sich dann als selbsterfüllende Prophezeiung auch bewahrheitet.
Aber auch die Kinder, die durch Noten eher positiv bewertet werden, profitieren
davon nicht. Zum Einen können die fortlaufenden positiven Bestätigungen von
Defiziten in anderen Bereichen trefflich ablenken. Die Noten verstärken den
Wettbewerb unter den Kindern. Die Aufmerksamkeit wird dabei nach Außen gelenkt,
anstatt den Kindern zu ermöglichen auf ihr Inneres zu hören.
Natürlich wird der individuelle Lern- und Lebensprozess des einzelnen Kindes
im Auge behalten, und es finden regelmäßige Gespräche mit Eltern, Betreuern und
anderen Bezugspersonen statt. Das Ersetzen der Zensurenvergabe durch Gespräche
und Schul-briefe oder -berichte bewährt sich in der Praxis der Freien Schulen
seit 25 Jahren (BFAS).
Gibt es Erfahrungen von anderen Schulen mit so
einem Konzept?
Das Schulprojekt `Pesta` von Rebeca und Mauricio Wild arbeitet seit über 25
Jahren äußerst erfolgreich in Ecuador. Auch in Deutschland gibt es etwa 70 freie
Alternativschulen seit z.T. über 25 Jahren. In Hessen arbeiten momentan 7
Schulen mit einem vergleichbaren Konzept.
(Frankfurt (2), Darmstadt, Kassel, Marburg, Herborn, Aarbergen)
Was geschieht bei einem Wechsel auf eine Regelschule /
weiterführende Schule ?
Kinder aus Freien Schulen haben gelernt selbständig und verknüpfend zu
lernen.
Durch die Förderung Ihrer individuellen Persönlichkeit sind sie gestärkt und
haben sich eine Handlungskompetenz erworben. Der Schwerpunkt von sozialen und
demokratischen Lernen findet seinen Ausdruck im kooperativen und teamfähigen
Schülern. Bei einem Wechsel in die Regelschule zeigen sich diese Fähigkeiten als
eine gute Basis für eine Eingliederung in ein anderes Schulsystem. In der
Pisastudie haben die Freien Schulen gut abgeschnitten, und dass zeigt uns, das
Kinder die ganzheitlich und selbstbestimmt lernen dürfen, eine gute
Voraussetzung zum Erwerb von Bildung erhalten.
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